• Rezension: Worte für die Ewigkeit von Lucy Inglis

    Obwohl ich Liebesgeschichten bislang  nicht sonderlich viel abgewinnen konnte, musste ich zu „Worte für die Ewigkeit“ von Lucy Inglis greifen, da mich der Klappentext und das Cover unheimlich neugierig machten.

    Sommer in Montana, darauf hat Hope so gar keine Lust. Aber gegen ihre resolute Mutter kann sich die 16-Jährige einfach nicht durchsetzen. Und hier, mitten im Nirgendwo, auf einer einsamen Pferderanch begegnet sie Cal, der ihr Leben für immer verändern wird. Montana 1867, die 16-jährige Emily ist auf dem Weg zu ihrem Ehemann, den sie nie zuvor gesehen hat. Doch die Kutsche, in der sie unterwegs ist, verunglückt und als einzige Überlebende wird sie von Nate gerettet – einem Halbindianer, der ihr zeigt, was Leben und Freiheit bedeutet. Zwei große Liebesgeschichten, die auf schicksalhafte Weise miteinander verbunden sind. (Quelle)

    Der Einstieg in das Buch gestaltete sich zunächst für mich zunächst etwas schwierig. Ich kann gar nicht genau beschreiben warum, aber ich brauchte ein paar Kapitel, um mich auf diese Geschichte einlassen zu können. Der Schreibstil der Autorin ist etwas gewöhnungsbedürftig, da mich der Satzbau an manchen Stellen aus dem Lesefluss brachte. Vermutlich liegt dies der Übersetzung zugrunde. Dennoch wirkt er äußerst bildlich und ist aufs Wesentliche fokussiert..

     

    „Liebe ist etwas grundsätzlich anderes als der Wunsch, geliebt zu werden. Lieben ist die Pflicht einer jeden Frau. Geliebt werden ihr Lohn.“ (S.324)

     

    Die Perspektiven bestehen aus zwei verschiedenen Handlungssträngen und werden aus unterschiedlichen Epochen geschildert. In der Gegenwart lernen wir die 16 – jährige Hope kennen, die ihre Mutter nach Montana begleiten muss. Das Mädchen macht einen verschüchterten Eindruck, was wohl an der Mutter liegen mag, da diese Hope ständig bevormundet. In der Vergangenheit begegnen wir der jungen Emily. Sie befindet sich auf der Reise, um einen wildfremden Mann zu ehelichen, den sie noch nie zuvor gesehen hat. Doch unterwegs verunglückt die Kutsche auf tragische Weise und Emily überlebt als Einzige schwerverletzt. Der Halbindianer Nate ist ihre Rettung. Die Schicksale der Frauen sind zunächst auf unerklärliche Weise miteinander verbunden.

    Mir gefiel der Erzählstrang in der Vergangenheit besonders gut. Ich fühlte mich in eine komplett andere Zeitepoche versetzt und hatte die Bilder direkt vor Augen. Die Autorin veranschaulicht auf erschreckend glaubwürdige Art, die Unterdrückung und Ausbeutung der Indianer in ihren Reservaten, sowie die tragische Ausrottung der Büffel. Bei dieser Thematik hatte ich besonders mit meinen Empfindungen zu kämpfen. Im Gegenzug zu diesen erschreckenden Schilderungen stehen die Gefühle der Protagonisten. Die Annäherungen wurden liebevoll und glaubwürdig in Szene gesetzt.

    Die Charaktere sind sehr detailliert und facettenreich ausgeschmückt. Vor allem Emily, ist mir mit ihrer unbeholfenen und zurückhaltenden Art, sehr ans Herz gewachsen. Auch Nate ist eine wundervolle Figur. Er kümmert sich liebevoll um Emily und opfert sich für sie auf. Mit Charme, Witz und Humor konnte er auch mein Herz für sich gewinnen. Die Ereignisse und Wendungen verlangten mir so einiges ab. Ich habe gebangt, gelitten, gehofft, geliebt und gehasst. Der Autorin ist ein wundervolles Gleichgewicht an Emotionalität und Brutalität gelungen. In der Gegenwart begibt sich Hope mit Cal und Buddy auf eine Fahrt durchs Reservat. Und auch hier gibt es arge Probleme, welche die beiden Jugendlichen näher zusammenrücken lässt. Diese Charaktere waren für mich nicht so interessant ausgestaltet. Vielmehr vereinnahmten mich die erfahrenen Ungerechtigkeiten. Auch wenn das Ende schlüssig wirkt, so muss ich gestehen, ist ab einem gewissen Punkt der Zauber beider Erzählstränge verschwunden, hierzu kann ich nicht näher drauf eingehen, sonst würde ich spoilern. Die Abhandlung des Endes empfand ich als sehr zügig und erlangte den Eindruck, die Autorin wollte das Buch schnellstmöglich beenden.

    „Worte für die Ewigkeit“ von Lucy Inglis ist ein wundervolles Buch, das mich auf eine emotionale Achterbahnfahrt der Gefühle mitnahm. Zwei Geschichten aus zwei Epochen, die untrennbar miteinander verbunden sind, vereinnahmen die Leserschaft. Trotz kleinerer Kritikpunkte, geht das Buch unter die Haut und fesselt auf eine besondere Art und Weise. Ich kann es somit nur empfehlen.


    Autor: Lucy Inglis | Titel: Worte für die Ewigkeit | Verlag: Chicken House | erschienen am: 01.09.2016 | Seiten: 400 | Gebundene Ausgabe: 19,99€ | TB: 8,99€ | eBook: 13,99€ | Altersempfehlung: ab 14 Jahren | ISBN: 978-3551520876 | Werbung |


    ©Foto: Nadine Lutter, Cover: Chicken House / Designer

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