• Rezension: Tausend kleine Lügen von Liane Moriarty

    Auf den Roman „Tausend kleine Lügen“ von Liane Moriarty, bin ich durch den Klappentext und das wunderschöne Cover aufmerksam geworden. Nach kleineren Startschwierigkeiten, konnte mich der Inhalt konnte mich schlicht weg begeistern und packen.

    Jane flieht vor ihrer Vergangenheit. Seit der Geburt ihres Sohnes vor fünf Jahren hat sie es nirgendwo länger ausgehalten. Nun ist sie im idyllischen australischen Küstenstädtchen Pirriwee gestrandet und scheint endlich angekommen zu sein. Schnell schließt sie Freundschaft mit der lebhaften Madeline und der schönen Celeste. Doch plötzlich geraten die drei Frauen in den Strudel von dunklen Geheimnissen, Lügen und Intrigen. Als bei einem Elternschulfest ein Mann tödlich verunglückt, bezweifeln einige, dass es ein Unfall war … (Quelle)

    Der Einstieg fiel mir aufgrund der vielen Namen nicht ganz so leicht, doch schon nach kürzester Zeit hatte ich diese verinnerlicht und konnte mich vollends auf den Inhalt einlassen. Bei dieser Geschichte ist nichts so, wie es zunächst scheint. Wahrheiten, Lügen, Intrigen, Liebe, Eifersucht und Hass bilden die maßgeblichen Themen, die das Leben selber schreibt.

    Schon zu Beginn erhält der Leser die Information, dass es einen Quizabend in der Pirriwee Schule geben wird, welcher mit einer Prüglelei seinen Höhepunkt erreicht und schließlich mit einem Toten endet. Anschließend erfolgt eine Rückblende etwa sechs Monate vor dem Quizabend. Hierbei lernen wir die Mütter Madeline, Jane und Celeste näher kennen, die mit ihren Kindern an einem Infotag vor der Einschulung teilnehmen. Doch ausgerechnet an jenem Infotag, gibt es einen bösen Vorfall. Ziggy, Jane´s Sohn wird von einem Mädchen beschuldigt, sie gewürgt zu haben. Ziggy soll sich für diese Tat entschuldigen, behauptet aber, er war es nicht.

    Dieser Vorfall entwickelt sich im weiteren Verlauf zu einem Konflikt, der die Elternschaft dieser Schule in zwei Lager spaltet. Einerseits gibt es die Gruppe, die zu Amabella und ihrer Mutter stehen und andererseits, Eltern die Ziggy und Jane, ihren Glauben schenken. Doch diese angespannte Situation entlädt  sich am besagten Quizabend, mit einem unglaublichen Vorfall. Und niemand scheint etwas Genaues gesehen oder gehört zu haben..

    Doch zunächst werden wir Zeugen des alltäglichen Ablaufs der Mütter Madeline, Celeste und Jane. Diese werden sehr unterschiedlich und glaubwürdig geschildert. Madeline kämpft gegen die Eifersucht und den Neid auf die neue Frau, ihres Exmannes. Wobei Celeste anscheinend ein finanziell sorgenfreies Leben führt, wird doch auch hier wird zunehmend deutlich, dass es in dieser Familie Schwierigkeiten vorherrschen, die es nach außen hin zu wahren gilt. Und auch Jane, die gerade mit ihrem Sohn in der Kleinstadt Fuß fassen möchte und sich mit Anschuldigungen gegen Ziggy auseinandersetzt.

    Alle Frauen haben ihr eigenes Schicksal zu bewältigen, was jede auf ihr eigene Art und Weise, auch tut. Die Charaktere sind sehr facettenreich und authentisch gezeichnet. Es werden die unterschiedlichsten Eigenschaften aufgeführt, welche für unterhaltsame Momente sorgen. Der Focus liegt währenddessen immer noch bei den Geschehnissen vom Infotag. Nach und nach werden weitere unglaubliche Geheimnisse veröffentlicht, die durch die Perspektiven der drei Familien erzählt werden. Die Autorin lässt hierbei auch viele weitere Stimmen zu Wort kommen, die ihre Beobachtungen schildern, obwohl sie nicht direkt im Geschehen verankert sind. Somit erhält auch der Leser einen ausschweifenden und interessanten Blickwinkel gegenüber den Figuren.

    Im Verlauf der Geschichte werden dem Leser so einige Emotionen entlockt. Ich habe gelacht, geweint, geflucht und geliebt, ich war traurig, erschüttert und fassungslos. Doch für viele dieser aufgeführten emotionalen Momente, sorgte Ziggy. Dieser beeindruckende kleine Junge weiß genau was er tut, obwohl er dafür Spießruten laufen muss. Auch gefiel mir sehr gut, dass vorbehaltlos Freundschaften geschlossen wurden, ohne sich durch Vorurteile oder Gerüche beeinflussen zu lassen. Ein glaubwürdiger Roman, der Facetten aus dem wahren Leben erzählt.

    Der Roman “Tausend kleine Lügen” von Liane Moriarty, konnte mich trotz kleiner Startschwierigkeiten gut unterhalten. Die Story zog mich immer weiter in den Bann und löst sich schlussendlich mit einer unerwarteten Wendung auf. Unvorhersehbaren Twists, authentische Charaktere runden den Gesamteindruck ab. Ich kann euch diese Lektüre empfehlen!!!


    Autor: Liane Moriarty | Titel: Tausend kleine Lügen | Verlag: Bastei Lübbe | erschienen am: 25.08.2017 | Seiten: 496 | TB: 9,90€ | eBook: 8,99€ | Audio CD: 7,21€ | Werbung | Rezensionsexemplar


    Ich danke dem Bastei Lübbe Verlag und Netgalley für das Rezensionsexemplar, was meine Meinung jedoch keinster Weise beeinflusst!

    ©Foto: Nadine Lutter, Cover: Bastei Lübbe Verlag / Designer

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    1 Kommentar

    1. 1. August 2019 / 18:54

      Hallo Nadine,

      auf das Buch bin ich erst durch die US-amerikanische Serienadaption aufmerksam geworden. Gerade beim Durchschauen kam mir der Name der Autorin aus dem Abspann noch vage bekannt vor.

      Die Serie zum Buch ,,Big Little Lies” fand ich richtig gut. Anfangs schienen die Probleme der Rich-Moms noch belanglos zu sein, aber alles hat sich immer schneller verdichtet, bis es einen von Szene zu Szene geschaudert hat.Insbesondere, dass viele Schaupielerinnen im mittleren Alter dabei waren, fand ich sehr angenehm und gleichzeitig ungewohnt. Hier habe ich kurz dazu geschrieben:

      https://www.wissenstagebuch.com/2019/07/31/leselaunen-im-juli-romeo-und-julia/

      Ich weiß nicht, inwieweit sich die Serie ans Buch hält; aber die Geschichte hat mir gut gefallen. das Buch kommt auf jeden Fall auf die Leseliste.

      Viele Grüße
      Jana

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