• Rezension: Norra Latin – Die Schule der Träume von Sara B. Elfgren

    Das wunderschöne, düstere Cover versprach eine bezaubernde Geschichte, voller Magie und Geheimnisse. Als ich zusätzlich noch herausfand, dass es die Schule Norra Latin tatsächlich gibt, war meine Neugierde entfacht und ich musste unbedingt zu diesem Buch greifen.

    Tamar und Clea haben die Aufnahmeprüfung der renommierten Stockholmer Schauspielschule Norra Latin bestanden. Die beiden sind grundverschieden, doch sie verbindet der Traum von einer Schauspielkarriere. Aber dass der Schulalltag so aufregend wird, hätten sie nie gedacht. Denn es gibt Gerüchte über eine Tragödie, die sich dort vor Jahrzehnten ereignet hat. Was ist damals bei einer Shakespeare-Aufführung passiert? Und wer ist der mysteriöse »Schatten« von Norra Latin? Je tiefer Tamar und Clea in die Vergangenheit eintauchen, desto größer wird das Rätsel – und die Gefahr. (Quelle)

    Der Einstieg in das Buch fiel mir Dank des flüssigen und vereinnahmenden Schreibstils der Autorin recht leicht. Sofort taucht man in eine fesselnde und beängstigende Szenerie ein, die eine unglaubliche düstere Atmosphäre hervorruft. Sirenen, Blaulicht, Polizei, Rettungskräfte und verstörte Schüler setzen den Spannungsbogen ziemlich hoch an, sodass es schwerfällt das Buch auch nur kurzzeitig aus der Hand zu legen.

    Nach diesem spannenden Einstieg wird die Geschichte weiterhin aus zwei unterschiedlichen Perspektiven geschildert und fortgesetzt. So lernen wir Clea und Tamar kennen, zwei Mädchen, die auserwählt wurden, um an der renommierten Schauspielschule „Norra Latin“ unterrichtet zu werden.

    Die Autorin legt folglich den Focus auf den Alltag der beiden Mädchen, wobei sich immer weiter herauskristallisiert, wie Tamar immer weiter ins Abseits des Geschehens gerät, während Clea stets im Mittelpunkt erscheint.

    Clea genießt ihre Rolle als Tims Freundin, den sie bereits aus Kindheitstagen kennt und er der Sohn des berühmten Schauspielers Jack Helander ist.  Partys, Drogen, Liebe, Gefühle und Freundschaft bestimmen fortan den Alltag des Paares, wobei mir der Charakter Tim  zu sehr in den Vordergrund rückt. Clea scheint sich sehr auf Tim zu fixieren und wirkt in ihrer Art sehr oberflächlich. Sie lässt sich vieles von Tim gefallen, ohne sich gegen ihn aufzulehnen, geschweige denn, ihm mal die Meinung zu sagen. Dieser Erzählstrang wurde für mich zunehmend uninteressant, denn ich fieberte stets der Perspektive von Tamar entgegen.

    Obwohl sie nach außen hin sehr unbedeutend und zurückgezogen wirkt, umgibt Tamar eine mystische Aura, die mich sehr neugierig machte. Auch von Tamar erfahren wir etwas über ihre Gefühle, Wünsche und Träume, doch auf eine völlig andere Art, als bei Clea. Sie ist in einer großen Stadt auf sich allein gestellt und muss sich in einer völlig neuen Umgebung behaupten. Dennoch werden auch hier, Freunde und Familie noch intensiver mit eingeflochten, sodass der Leser verschiedene Blickwinkel erhält und sich ein wesentlich besseres Bild machen kann. Zu Beginn der Geschichte wird auch erwähnt, dass Tamar Gefühle für Clea entwickelt. Leider bekam ich zu diesen Emotionen keinen Zugang und konnte mir auch nicht vorstellen, wie beide Perspektiven zusammen laufen sollen. Positiv erwähnenswert ist jedoch die angeführte Homosexualität, welche ohne jegliche Vorurteile beschrieben und angeführt wurde.

    Das Ende gestaltete sich sehr kompliziert und wurde mir zu skurril abgehandelt. Charaktere die bislang keine tragende Rolle übernahmen, standen plötzlich im Focus. Um die Verwirrungen und Wendungen zu verinnerlichen, musste ich einige Stellen doppelt lesen und dennoch viel es mir sehr unsagbar schwer, alles Wesentliche zu erfassen und zu begreifen. Schließlich blieb ich ernüchternd und zwiegespalten zurück.

    Mit dem Roman “Norra Larin – Die Schule der Träume“, hat die Autorin Sara B. Elfgren eine Geschichte erschaffen, die mich zwiegespalten zurücklässt. Es wurden zahlreiche spannende Ideen mit eingeflochten, doch leider verliert sich die Autorin in einigen Längen. Ein paar Seiten weniger, hätte dem Buch meiner Meinung nach, gut getan, um die schaurige Atmosphäre sowie die Spannung halten zu können. Schade!


    Autor: Sara B. Elfgren | Titel: Norra Latin – Die Schule der Träume | Verlag: Arctis | erschienen am: 31.08.2018 | Seiten: 608 | Gebundene Ausgabe: 18,00€ | eBook: 13,99€ | ISBN: 978-3038800170 | Altersempfehlung: 14 – 17 Jahre | Werbung | Rezensionsexemplar*


    Ich danke dem Arctis Verlag und die Bereitstellung des Rezensionsexemplares, was meine Meinung jedoch nicht beeinflusst!

    ©Foto: Nadine Lutter, Cover: Arctis Verlag / Designer

    Loading Likes...
    Folgen:
    Nadine
    Nadine

    Mehr von mir: Web

    Teilen:

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

    Instagram