• {Rezension} Niemalswelt von Marisha Pessl

    Dieses wunderschöne Cover erregte meine Aufmerksamkeit bereits beim Blick auf die Vorschau des Carlsen Verlages. Doch nicht nur das Cover konnte mich in seinen Bann ziehen, sondern auch der Inhalt. „Niemalswelt“ ist ein wahrer Pageturner, den man gelesen haben sollte.

    Seit Jims ungeklärtem Tod hat Bee keinen ihrer Freunde mehr gesprochen. Als sich die fünf ein Jahr später in einem noblen Wochenendhaus an der Küste wiedertreffen, entgehen sie nachts nur knapp einem Autounfall. Unter Schock und vom Regen durchnässt kehren sie ins Haus zurück. Doch dann klopft ein geheimnisvoller Unbekannter an die Tür und eröffnet ihnen das Unfassbare: Der Unfall ist wirklich passiert und es gibt nur einen Überlebenden. Die Freunde sind in einer Zeitschleife zwischen Tod und Leben gefangen, in der sie dieselben elf Stunden immer wieder durchlaufen – bis sie sich geeinigt haben, wer von ihnen überlebt. Der Schlüssel zur Entscheidung scheint Jims Tod zu sein – in ihrer Verzweiflung beginnen die Freunde nachzuforschen, was wirklich mit ihm passiert ist, in jener Nacht, in der er in den Steinbruch stürzte. Und langsam wird klar, dass sie alle etwas zu verbergen haben … (Quelle)

    Bee hat sich nach dem ungeklärten Tod ihrer großen Liebe Jim von ihren Freunden losgesagt. Knapp ein Jahr später treffen sich alle wieder und sind schockiert über den Autounfall, der ihnen beinahe das Leben aushauchte. Geschockt und klitschnass kehren die Jugendlichen in der Villa zurück, wo plötzlich ein unheimlicher alter Mann auftaucht. Er stellt die Clique vor ein Rätsel. Nur einer von ihnen wird den Unfall überleben. Die Fünf sind fortan in einer Zeitschleife der Niemalswelt gefangen, bis sich die einstigen Freunde darauf einigen, wer überleben soll. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt…

    Bereits beim Einstieg in das Buch verspürte ich als Leser eine unheilvolle und bedrückende Atmosphäre. Auf den ersten Seiten werden den Protagonisten Freiräume zur Entfaltung eingeräumt und man lernt diese langsam kennen. Die Stimmung zwischen den ehemaligen Freunden wirkt bedrückend und angespannt. Im Verlauf der Handlung wird jedoch immer deutlicher, dass der Tod des gemeinsamen Freundes Jim mit der Grundstimmung zu tun hat und dieser zwischen den Freunden steht.

    >> Wie sind Sie zu dem Urteil Selbstmord gekommen? <<, fragte Martha mit gerunzelter Stirn. >> Bei Selbstmördern gibt es doch in der Regel ein Ritual oder irgendwelche Vorbereitungen vor der Tat. (S.191)

    Der Autorin gelingt es allein schon durch diesen Aspekt, den Leser auf einmalige Art und Weise an das Buch zu fesseln, wie ich es bisher noch nicht erlebt habe. Der Spannungsbogen ist enorm hoch angesetzt und steigert sich durch unzählige, ungeahnte Ereignisse und Wendungen. Vor allem der Wächter der Niemalswelt ist eine hervorragend gelungene und kennzeichnende Figur, die für einige schaurige Momente sorgt. Doch auch diese mystisch angehauchte Welt zeugt von einer außergewöhnlichen Kreativität der Autorin. Mit spielender Leichtigkeit hat sie somit einen Pageturner erschaffen, der emotionale, gruslige, schockierende und mystische Momente vereint.

    Die Charaktere sind authentisch gezeichnet, ein Jeder besitzt kennzeichnende Eigenschaften die ihn zu etwas Besonderem werden lassen. Dennoch erzeugte die Autorin durch den Tod von Jim bei mir ein gewisses Misstrauen gegenüber den mitwirkenden Persönlichkeiten. Deren Geheimnisse erzeugten eine unglaubliche Atmosphäre, die mich nicht mehr losließ.

    Die Geschichte ist wie ein Sog, der den Leser durch rasante Ereignisse und Wendungen gefangen hält. Ich konnte mich völlig fallen lassen und konnte der Niemalswelt nicht mehr entfliehen. Diesen wundervollen Genremix aus Mystery, Jugendbuch und Thriller werde ich nicht so schnell vergessen, denn selbst die Auflösung und das Ende sorgen für ungeahnte emotionale Momente.

    Mit dem Buch “Niemalswelt”, hat die Autorin Marisha Pessl eine unsagbar fesselnde Welt erschaffen, die mich durch ihre Einzigartigkeit völlig gefangen nahm. Vor allem die unheilvolle Atmosphäre, die seltsam agierenden Charaktere, konnten mich vollends überzeugen. Ich kann euch diesen Genremix aus Mystery, Thriller und Jugendbuch nur ans Herz legen. Lest es, ihr werdet es nicht bereuen!


    Werbung | Marisha Pessl | Niemalswelt | Verlag: Carlsen Verlag | erschienen am: 22.03.2019 | Seiten: 384 | gebundene Ausgabe: 18€ | eBook: 12,99€ | ISBN: 978-3-551-58400-7 | Altersempfehlung: ab 14 Jahren | Rezensionsexemplar*


    Ich danke dem Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares, was meine Meinung jedoch nicht beeinflusst!

    ©Foto: Nadine Lutter, Cover: Autorin / Designer / Carlsen Verlag

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    3 Kommentare

    1. 30. April 2019 / 18:25

      Huhu 🙂

      Das Buch “lese”, bzw. höre ich im Moment auch gerade. Es ist einfach genial, wie die Autorin (und auch Sprecherin!) diese unheilvolle Stimmung aufkommen lassen. Ich bin aber noch recht am Anfang, daher kann ich nicht viel sagen. Ich freue mich aber schon darauf, wie es weiter geht <3

      Liebe Grüße
      Lisa von Lieschenliest.de

      • 30. April 2019 / 20:00

        Liebe Lisa,
        dann wünsche ich dir viel Freude bei dem Rest des Buches und hoffe es gefällt dir auch so gut wie mir.
        Liebste Grüße
        Nadine

    2. KitapReader
      17. August 2019 / 18:10

      Die Grundidee des Buches ist wirklich sehr gut und hat mich direkt angesprochen .Leider war ich von der Umsetzung etwas enttäuscht. Der grobe Handlungsstrang ist gut ,doch in den Details weisen sich Unverständlichkeiten auf .

      -Spoiler-

      Besonders enttäuscht war ich von der Entscheidungsszene als die Jugendlichen den überlebenden wählen sollten .Dort hat mir die Dramatik gefällt. Dies war sozusagen die wichtigste Szene im Buch, da es das ganze Buch darum ging wer überleben sollte. Besonders dass Cannon einfach gewählt hat ,obwohl er sich so lange dagegen gewährt hat ,war für mich einfach unverständlich. Ich meine Cannon war es klar, dass er nicht überleben würde und anscheinend war er auch noch nicht wirklich bereit zu wählen . Trotzdem hat er es dann einfach so getan ohne von den andern mit dramatischen reden dazu aufgefordert gewesen zu sein . Auch mit der Begründung des überlebenden war ich nicht einverstanden. Ich meine alle hatten etwas damit zu tun und fast jeder hätte es eigentlich verdient weiterzuleben .

      Fazit
      Alles in allen bereue ich es nicht das Buch gelesen zu haben. Zum einmaligen lesen ist das ein gutes buch und für jeden etwas ,der nicht zu tief in Details versinkt .

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