• Rezension: Marie von Gabriel P. Henry

    Das schlichte aber dennoch ansprechende Cover, erregte meine Aufmerksamkeit. Obwohl ich das Debüt „Maxim“ von Gabriel P. Henry nicht kenne, wurde ich auf äußerst emotionale Weise von dem Buch „Marie“ überwältigt.

    Nach seinem vermeintlichen Selbstmord möchte Maxim zumindest versuchen, die Welt ein bisschen zu verbessern, anstatt tatenlos an ihr zu Grunde zu gehen. Ehrenamtlich arbeitet er bei der örtlichen Fürsorge und hilft bei der Betreuung einer Selbsthilfegruppe. Dort lernt er die fast gleichaltrige Marie kennen. Ein Mädchen, welches sich umbringen möchte. Immer und immer wieder.

    Bei seinen Versuchen ihr zu helfen und sie auf einen besseren Weg zu führen, quält den mittlerweile Sechzehnjährigen das Gefühl, sein eigenes Leben würde ihm komplett entgleisen. Nicht nur, dass er in einen Konflikt mit Maries aggressiven und kriminellen Bruder gerät – seine eigenen Eltern trennen sich, seine Beziehung mit Freundin Lisa kriselt und er selbst fällt in eine alte Gefühlswelt. Die, in der er sich bereits einmal befand und vor der er sich noch immer fürchtet. Denn der Weg aus ihr heraus scheint nicht so leicht zu sein, wie er es sich erhofft hatte…

    Der Einstieg in das Buch gelang mir durch den äußerst flüssigen und lebensnahen Schreibstil des Autors, sehr gut. Sofort wird der Leser ein Teil dieser Geschichte und sieht die Handlung förmlich wie einen Film vor seinen eigenen Augen ablaufen.

    Maxim ist mir durch seine soziale Ader und seine Hilfsbereitschaft, sehr ans Herz gewachsen. Er opfert sich für andere auf, obwohl sein eigenes Leben derzeit nicht optimal verläuft. Familiäre Probleme, Stress mit der Freundin und die Sorgen um Marie, rufen erneut ein Gefühlschaos in Maxim hervor. Hintergründig erahnte ich die Handlung, aus dem ersten Band, indem Maxim gravierende Probleme zu bewältigen hatte. Obwohl diese hier nicht eindeutig benannt werden, habe ich teilweise den Eindruck erlangt, das mir Wissen von der Vorgeschichte fehlte. Dennoch ist es dem Autor gelungen, mich mit dieser ergreifenden und schockierenden Geschichte um Marie, tief zu berühren und mich zum Nachdenken anzuregen. Die aufgeführten Themen, wie Problem, – und Konfliktbewältigung, Selbsthilfe, aber auch Depressionen, sind gerade in der heutigen Zeit äußerst brisant und aktuell. Ich kann nur hoffen, das diese Lektüre, viele Eltern, Teenager und Betroffene erreicht, denn sie regt dazu an, Nachzudenken und mit offenen Augen durch Leben zu gehen. Gerade Maxim geht hierbei mit sehr gutem Beispiel voran und ich wünschte, wenn jeder so selbstlos handeln würde, wäre unsere Gesellschaft ein wenig tragbarer.

    Der Autor Gabriel P. Henry rüttelt auf unverblümte, aber emotional tief greifende Art und Weise auf und regt mit dem Buch „Marie“ ungemein zum Nachdenken an. Ich kann das Buch nur wärmstens empfehlen und denke, dass es zum Verständnis besser wäre, im Vorfeld sein Debüt „Maxim“ zu lesen.


    Autor: Gabriel P. Henry | Titel: Marie | Verlag: Masou Verlag | erschienen am: 15.03.2018 | Seiten: 188 | TB: 8,90€ | eBook: 2,99€ | ISBN: 978-3944648873 | Rezensionsexemplar *


     

    Ich danke dem Masou-Verlag für dieses Rezensionsexemplar, was meine Meinung jedoch nicht beeinflusst!

    ©Foto: Nadine Lutter, Cover: Masou Verlag / Designer

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