• Rezension: Karne, der Schrei vom Hexenberg von Kristina Suomela Björklund

    Das Buch habe ich mir aufgrund seines Covers, sowie dem Klappentext, extra für Halloween vorbehalten und es auch genau an diesem Tag in einem Rutsch gelesen.

    Was würdest du machen, wenn du dich plötzlich in der Zeit, in der die Jagd nach Hexen am schlimmsten war, befindest und auch du gejagt werden würdest – damals und heute?

    Märit und ihre Kollegen vom Schicksals Verlag erhalten Besuch von einer älteren Dame. Sie erzählt ihnen eine vorher noch nie enthüllte Geschichte über die Hexenprozesse im Ångermanland und möchte, dass sie diese für sie niederschreiben.
    Nach dem Besuch der Dame beginnen für Märit Albträume, die sich so real anfühlen, als ob sie diese tatsächlich erleben würde. In ihren Träumen wohnt sie in einer Hütte in Torsåker zu einer Zeit, in der Kinder von Priestern gezwungen wurden, Frauen der Hexerei zu beschuldigen, weil diese sie zum Blåkulla mitnahmen, um dem Teufel einen Besuch abzustatten. (Quelle)

    Der Einstieg in das Buch fiel mir durch den flüssigen und angenehm zu lesenden Schreibstil der Autorin, sehr leicht.

    Die Geschichte wird aus Märits Sichtweise geschildert und zieht den Leser bereits ab der ersten Seite in den Bann. Der Autorin ist hierbei eine geheimnisvolle Atmosphäre gelungen, die mich nicht mehr losließ.

    Nachdem wir die Protagonistin etwas näher kennenlernen durften, indem wir sie in ihrem Alltag begleiten, taucht während der Arbeit im Verlag eine alte Dame auf und bittet die dort tätigen Mitarbeiter, ihre Geschichte nieder zu schreiben. Alle sind von der Idee und der Geschichte der alten Dame äußerst begeistert und beginnen sich mit der Thematik Hexen und Hexenverbrennung auseinanderzusetzen.

    Doch schon nach kürzester Zeit suchen Märit Albträume heim, die so real wirken, als wäre sie selbst ein Teil davon. Schaurig, düster und spannend werden Fiktion und Realität, gekonnt miteinander verbunden. Mir gefiel es besonders gut, wie unglaublich real die Träume geschildert wurden. Ich  konnte mich hierbei völlig fallen lassen und mir war oftmals nicht sofort klar, ob ich mich in einem Traum befinde, oder in der Realität.

    Die damalige Hexenjagd, die Verbrennungen sind äußerst authentisch in Szene gesetzt worden, was von akribischer Recherche der Autorin zeugt. Mir lief so manches Mal ein Schauer über den Rücken, da auch Kinder in die Verfolgung mit einbezogen wurden.

    Die Charaktere sind authentisch gezeichnet. Vor allem in Märit konnte ich sehr gut einfühlen, ihre Ängste, Sorgen, aber auch ihre Neugierde spüren. Der Autorin ist ein wundervolles Gleichgewicht zwischen emotionalen Momenten und Brutalität gelungen, welches mich immer mehr vereinnahmte.

    Das abrupte Ende kam für mich jedoch sehr überraschend und ließ mich im ersten Augenblick sprachlos zurück. Meine Gedanken schweifen noch heut zu dem Buch ab und ich male mir stets ein anderes Ende aus. Der Autorin ist somit eine nachhaltige Geschichte gelungen, die mich gedanklich weiterhin beschäftigt und meine Fantasie anregt.

    Mit dem Buch “Karne, der Schrei vom Hexenberg“, hat die Autorin Kristina Suomela Björklund eine Geschichte erschaffen, die mich sehr gut unterhalten konnte. Historische Ansätze, Fiktion und Realität wurden gekonnt miteinander verflochten und ergeben eine äußerst interessante und schaurige Geschichte, welche nachhallt. Wer sich für Hexen und mittelalterliche Gebräuche interessiert, sollte sich das Buch auf jeden Fall näher anschauen!


    Autor: Kristina Suomela Björklund | Titel: Karne, der Schrei vom Hexenberg | Verlag: Miramir Verlag | erschienen am: 20.06.2018 | Seiten: 208 | TB: 15,60€ | eBook: 7,99€ | Werbung | Rezensionsexemplar*


     

    Ich danke der Autorin für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars, was meine Meinung jedoch nicht beeinflusst!

    ©Foto: Nadine Lutter, Cover: Autorin / Designer

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