• Rezension: Herzschlag der Gewalt von Matthias Soeder

    Es ist schon einige Zeit verstrichen, seit dem ich das Buch gelesen habe. Ich war zu dieser Zeit sehr gespannt darauf zu erfahren, wie ein Pilot sich als Autor unter Beweis stellt. Diesbezüglich wurde ich äußerst positiv überrascht, denn der Thriller „Herzschlag der Gewalt“ von Matthias Soeder ist gnadenlos brutal, fesselnd und beängstigend realistisch.

    Alexander Hartmanns Leben ist seit frühester Kindheit durch ein schwaches soziales Umfeld und exzessiver Gewalteinwirkung geprägt. Mit seinem starken Willen, gelingt es dem Jugendlichen, sich ein unabhängiges Leben aufzubauen. Jedoch ruft die Sucht nach Adrenalin und der Nervenkitzel erneut einige Probleme hervor. Alexander wird dennoch zum Geheimagenten ausgebildet, wobei ihm sein Beruf als Pilot sehr hilfreich unterstützt. Beruflich und privat läuft es fortan sehr zufriedenstellend, sodass er sich schon bald, aus dem Beruf eines Geheimagenten zurückziehen möchte. Doch der BND hat andere Pläne und Alexander wird zu einem letzten lebensgefährlichen Auftrag gezwungen. Doch dieser Auftrag verlangt ihm alles ab, denn nicht nur sein Leben steht auf dem Spiel, sondern auch das von Valentina, der Frau, die er liebt. Ein Kampf um Leben und Tod beginnt, bei dem niemand erkennt, welche Hintergründe der Anschlag wirklich in sich birgt.

    Eines gleich vorweg, dieser Thriller ist wahrlich nichts für schwache Gemüter. Grausam, blutig, brutal, unglaublich realistisch und packend. Doch beginnen wir beim Anfang. Die Handlung wird aus zwei verschiedenen Perspektiven geschildert. Zunächst verfolgen wir die Geschehnisse und Ereignisse der beiden Protagonisten, beginnend bei deren Kindheit. Die Entwicklung dieser zwei Personen wird im Wechsel geschildert, bis hin zur heutigen Zeit. Hierbei konnte ich als Leser, die Beweggründe, Verhaltensweisen und Denkansätze sehr gut nachvollziehen. Der Autor Matthias Soeder hat in diesem Buch Charaktere erschaffen, die äußerst realistisch und authentisch wirken. Geprägt von ihrem Umfeld, unzähligen grausamen Schicksalsschlägen, ist die jeweilige Entwicklung zwar sehr erschreckend, dennoch sehr gut nachvollziehbar.

    “Witternd streckten die Hyänen ihre Nasen in den Wind. Sein Blut weckte ihren Jagdinstinkt. Gehetzt suchte er nach einer Fluchtmöglichkeit.”

    Alexander hat es nicht leicht im Leben. Jedoch gelingt ihm der Absprung und er baut sich sein eigenes ungewöhnliches Leben auf. Als Geheimagent wird Alexander jedoch immer wieder mit Gewalt konfrontiert, was er mit positiven Erfahrungen kompensieren kann.

    Dennoch lebt er am Rande der Legalität und muss schließlich einen schwerwiegenden Schicksalsschlag verkraften, welcher ihn komplett aus der Bahn wirft. Nach einigen Jahren und einem Leben am Rande des Todes entdeckt Alexander erneut, wofür es sich zu Leben lohnt.

    Ich habe noch nie ein so beklemmendes Gefühl beim Lesen empfunden. Alexanders Leben ging mir sprichwörtlich unter die Haut. Ich habe mit ihm gebangt, gehofft, gelitten und kann meine Empfindungen kaum in Worte fassen. Einerseits empfand ich Wut und Hass gegenüber Dingen, die er selbst nicht beeinflussen konnte. Anderseits vereinnahmte mich der intensive und spannungsgeladene Erzählstil so sehr, dass es mir kaum gelang das Buch beiseite zu legen.  Die Spannung und der Nervenkitzel waren für mich zeitweilig kaum auszuhalten und beinahe greifbar. Und noch heut schweife ich gedanklich zu dem Buch ab, da es mich durch seine realitätsnahe und beeindruckende Erzählweise beschäftigt und zum Nachdenken anregt.

    Einen großen Anteil an diesem Aspekt, trägt die Darstellung des Bürgerkriegs in Somalia. Sehr erschütternd, niederschmetternd und erschreckend erzählt der Autor von den Geschehnissen und dem Kampf um das Überleben der somalischen Bürger. Schonungslos, grausam und brutal erlebte ich die Entwicklung von Chibala. Ein Mann ohne Skrupel und Gewissen, zu welchem ihn seine düsteren Erfahrungen formten.

    Ich muss hierbei immer wieder betonen, wie sehr dieses Buch bei mir nachhallt. Macht, Gier und Geld sind hintergründige Themen, die mir immer wieder einen Schauer über den Rücken jagten. Diese Thematik ist auch heut zutage in der Realität äußerst brisant und aktuell. Ich möchte mir gar nicht ausmalen, welche Marionetten derzeit agieren, um Macht,- und Geld hungrige Menschen zu befriedigen. Leider bleiben dabei oftmals die „einfachen“ Bürger auf der Strecke und bezahlen dies mit ihrem Leben.

    Dem Autor Matthias Soeder ist mit „Herzschlag der Gewalt“ ein unglaublich realitätsnaher und schockierender Thriller gelungen. Grausamkeit, Gewalt, Macht, Gier und Geld, gepaart mit authentischen Charakteren, stellen einen unglaublich fesselnden und spannenden Thriller dar. Ich kann dieses Buch nur empfehlen!


    Matthias Soeder | Herzschlag der Gewalt | erschienen am: 22.11.2017 | 432 Seiten | Taschenbuch: 13,90€ | eBook: 6,99€| 


     

    ©Foto: Nadine Lutter, Cover: obliegt dem Verlag / Designer

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    1 Kommentar

    1. 11. Juni 2018 / 17:02

      Liebe Nadine, herzlichen Dank für deine umfangreiche Rezension. Du inspirierst mich für mein nächstes Werk. Liebe Grüße, Matthias

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