• {Rezension} Dünenkind – Nordseethriller von Leonie Haubrich

    Auf den Thriller „Dünenkind“ von Leonie Haubrich bin ich durch sein Cover gestoßen und auch der Klappentext klang vielversprechend. Dieser kurzweilige Thriller konnte mich gut unterhalten, aber es gab auch einige Kritikpunkte.

    Eine Landschaft, in der Wasser und Land verschwimmen, rätselhafte Nebelformationen – Marissa hat dem Leben auf der Hallig den Rücken gekehrt und ist nach Italien ausgewandert.
    Als sie erfährt, dass ihr Vater nur noch wenige Monate zu leben hat, kehrt sie nach dreißig Jahren in die Heimat zurück, um Abschied zu nehmen. Aber dann verschwindet ihre 12-jährige Halbschwester Mia und Marissa stößt auf eine Mauer des Schweigens.
    Ihr wird klar, dass sie sich ihrem größten Trauma stellen muss: Einst haben ihre Freunde sie bei einem Initiationsritus an der Bake Blauortsand festgebunden, um eine Nacht allein bei Flut auf dem Hochsand zu überstehen.
    Holt ihre Vergangenheit sie wieder ein?
    Sie begreift, dass die Gefahr auch für sie längst nicht gebannt ist. (Quelle)

    Zunächst entführt die Autorin in die Vergangenheit von Marissa. 1989 unterzieht sich das junge Mädchen einer abstrusen Mutprobe, um zur Gemeinschaft dazuzugehören. Dieses schreckliche Szenario gleicht einem grausamen Ritual und traumatisiert Marissa bis heute.

    Nachdem ihr todkranker Vater ihr einen Brief schrieb, kehrt Marissa widerwillig in ihre Heimat zurück. Auf der Hallig angekommen, stürmen längst verdrängte Ereignisse aus alten Zeiten auf Marissa ein. Doch ihrem Vater zu Liebe bleibt Marissa und lernt ihre Halbschwester Mia und deren Mutter Uta näher kennen. Doch schon bald kann sich die junge Frau ihrer Vergangenheit nicht mehr entziehen.

    Der Einstieg in den Thriller ist mir Dank des flüssig und angenehm zu lesenden Schreibstils der Autorin gut gelungen. Der Leser taucht in eine düstere Atmosphäre ein, ohne zu wissen, warum auf der Hallig eine solche Stimmung herrscht. Eines wurde mir jedoch recht schnell klar und zwar das Marissas Vergangenheit dabei eine wesentliche Rolle spielt.

    Die Beschreibungen der Schauplätze sind der Autorin wunderbar gelungen. Ich erlangte hierbei den Eindruck einen Film zu sehen, anstatt zu lesen. Beinahe konnte ich das Meer spüren, die Wellen rauschen und die Möwen kreischen hören.
    Das Leben von Marissa verbirgt in ihrer Jugend einen Vorfall, der sie bis heut traumatisierte. Wer nun glaubt, ihr Vater ist des Rätsels Lösung, sollte sich arg täuschen. Das Verhältnis zwischen Vater und Tochter ist sehr unterkühlt und lieblos. Doch je tiefer man die Handlung eintaucht, desto mehr erschließen sich einem die Hintergründe des Verhaltens der Protagonisten.

    Die Ergründung des Vorfalls wird geebnet durch düstere und unvorhersehbare Ereignisse, die mir etwas zu schnell aufgelöst wurden. Es gab einige Momente, die mir einen Schauer über den Rücken jagten und den Spannungsbogen etwas in die Höhe trieben. Jedoch wurden diese oftmals durch langatmige Ausschweifungen unterbrochen, was ich echt schade finde. Meiner Meinung nach, ist die Geschichte äußerst unterhaltsam. Ein paar mehr Seiten hätten nicht nur den Charakteren gutgetan, sondern auch der Handlung, die aufgrund der geringen Seitenanzahl sehr komprimiert wirkt.

    Mit dem Thriller “Dünenkind”, hat die Autorin Leonie Haubrich eine unterhaltsame Geschichte erschaffen, die viele tolle Ideen beinhaltet, mich durch die Umsetzung aber nicht gänzlich überzeugen konnte. Mir fehlte hierbei die Tiefe und vor allem Spannung. Ereignisse und Wendungen kommen durch ausschweifende und detaillierte Erklärungen nicht zur recht Geltung, was ich echt Schade finde. Dennoch steckt hier Potenzial drin und ich werde die Autorin auf jeden Fall im Auge behalten.


    Werbung | Leonie Haubrich | Dünenkind | Seiten: 206 | TB: 8,99€ | eBook: 0,99€ | Rezensionsexemplar*


    Ich danke dem Verlag und der Autorin für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars, was meine Meinung jedoch nicht beeinflusst!

    ©Foto: Nadine Lutter, Cover: Autorin / Designer / Verlag

    Der Beitrag enthält Werbung durch Links, ohne Auftrag.

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