• Rezension: Die fünf Gaben (Valenias Töchter, Band 1) von Rebecca Ross

    Auf das Buch „Die fünf Gaben“ von Rebecca Ross, bin ich durch sein wunderschönes Cover aufmerksam geworden. Ich bin wieder völlig unvoreingenommen in das Buch gestartet und wurde angenehm überrascht. Doch warum mich das Buch nicht komplett überzeugen konnte, werde ich in der folgenden Rezension verraten.

    Wie jedes Mädchen im Haus Magnalia fiebert Brienna der Sommersonnenwende entgegen. Denn dann wird sie zur Berufenen erklärt und kann ein neues Leben bei einem Schutzherrn beginnen. Sie lässt sich auf das Angebot eines Lords aus dem Norden ein, auch wenn sie dafür schweren Herzens von ihrem Master Cartier Abschied nehmen muss. Kaum ist sie jedoch im Reich Maevana angekommen, wird ihr klar, dass sie in einem Netz aus Intrigen gefangen ist: Mit Hilfe ihrer besonderen Gabe soll sie den König stürzen. Als sie schließlich Cartier wiedersieht, muss sie sich entscheiden, ob sie ihrer Familie oder ihrem Herzen die Treue hält.

    Wie ich bereits Eingangs erwähnte, bin ich voller Erwartungen und unvoreingenommen in das Buch gestartet. Der Einstieg fiel mir Dank des flüssigen, lockeren, ruhigen und altertümlichen Schreibstils, sehr leicht. Sofort wurde ich von dieser historisch angehauchten Geschichte vereinnahmt und gefesselt, welche in drei Abschnitte untergliedert ist.

    Schon im Prolog lernte ich die junge Brienna kennen. Diese umgibt eine geheimnisvolle Atmosphäre und man spürt, dass sie zu Größerem berufen ist. Sie versprüht eine Warmherzigkeit und wirkt teilweise sehr unbeholfen, sodass man sie einfach mögen muss. Brienna ist mir durch ihre lockere und unverblümte Art sehr ans Herz gewachsen. Sie und einige andere Mädchen fiebern der Sommersonnenwende entgegen, um als Berufe für eine der fünf Gaben, einen Gönner zu finden. Brienna verlässt das Haus Magnalia und folgt dem Angebot eines Lords aus dem Norden. Fortan ist sie auf sich gestellt und muss Freunde und ihren Lehrer, Master Cartier und die gewohnte Umgebung zurücklassen. Die eher ruhig geschilderte Handlung bis zu ihrem Auszug, besticht durch authentische Charaktere sowie ungeahnte Wendungen und befasst sich mit den Gaben. Die Idee der Gaben empfinde ich wirklich beeindruckend und dieser Abschnitt hat mich wahrlich faszinieren können, doch leider wurde hier nur wenig Platz zur Entfaltung der Gaben eingeräumt. Hierbei hätte ich mir gewünscht, dass die Gaben intensiver zur Geltung kommen und diese noch ergreifender in die Geschichte verankert werden. Denn so richtig kann ich bis heut noch nicht nachvollziehen, warum es das Haus Magnalia überhaupt  gibt und hier nur einige wenige Auserwählte ausgebildet werden.

    Als Brienna das Haus Magnalia schließlich verlässt, muss sie selbst ihren Weg und ihre Zugehörigkeit herausfinden. Dieser Weg wird gesäumt von Gefahren, Intrigen und Kampf. Gerade in diesem so intensiven Hauptteil, der so einiges an wundervollen Ideen beinhaltet, wird unwahrscheinlich viel an Potenzial verschenkt. Es gibt kaum größere Hindernisse, die es zu überwinden gilt, wodurch die Handlung in meinen Augen an Intensität verliert. Zunehmend wirken viele Aspekte sehr konstruiert und waren für mich oftmals zu vorhersehbar. Auch wenn ich diesem Auftakt im Nachhinein mit gemischten Gefühlen gegenüber stehe, muss  ich hier jedoch klar stellen, dass ich diese trotz meiner Kritikpunkte sehr unterhaltsam und beeindruckend empfand. Das Eintauchen in diese  wundervolle Welt, mit historisch angehauchten Setting und authentisch gezeichneten Charakteren, macht auf jeden Fall Spaß und erscheint durchaus lesenswert.

    Mit dem Auftakt ihrer Trilogie „Die fünf Gaben“, ist Rebecca Ross eine beeindruckende und wundervolle Geschichte gelungen, die mich dennoch nicht komplett überzeugen konnte. Ich habe diese Geschichte wahrlich verschlungen, geliebt und gefeiert. Und doch hat mich der Hauptteil etwas enttäuscht zurückgelassen, da es hierbei viele vorhersehbare Wendungen gab, die zunehmend konstruiert wirkten und der Spannungsbogen abfiel. Ich werde dennoch zu den nächsten Bänden greifen, da ich davon überzeugt bin, dass die Autorin weiterhin grandiose Ideen einbringt und hoffe nun, dass ihr Potenzial auch ausgeschöpft wird.


    Autor: Rebecca Ross | Titel: Die fünf Gaben | Verlag: Carlsen Verlag | erschienen am: 28.02.2018 | Seiten: 496 | Gebundene Ausgabe: 19,99€ | eBook: 13,99€ | ISBN: 978-3551583635 | Altersempfehlung: ab 14 Jahre |


    ©Foto: Nadine Lutter, Cover: Carlsen Verlag / Designer

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