• Rezension: Der letzte Liebesbrief von J. Vellguth

    Die Autorin Jacky Vellguth erzählt mit „Der letzte Liebesbrief“ eine wunderschöne und herzergreifende Geschichte, die mich aber nicht vollends überzeugen konnte.

    Nell wünscht sich nichts sehnlicher, als ihre Tante endlich wieder glücklich zu sehen. Als sie bei ihrem Umzug einen versteckten Liebesbrief findet, der an Bernadette gerichtet ist, wittert sie ihre Chance. Voller Elan begibt sie sich auf eine verschlungene und geheimnisvolle Reise in die Vergangenheit.

    Dabei trifft sie auf einen attraktiven Fotografen, der einfach viel zu gut ist, um wahr zu sein.

    Sam ist Mode-Fotograf, erfolgreich, berühmt und … er hat seine Muse verloren. Erst ein berührender Liebesbrief in den Ruinen eines alten Gebäudes und das Funkeln in den Augen einer ganz besonderen jungen Frau lassen ihn hoffen, dass seine Inspiration noch nicht ganz erloschen ist.

    Doch je länger er Nell folgt, desto deutlicher wird, dass noch wesentlich mehr hinter ihrer Geschichte steckt, als auf den ersten Blick zu sehen ist. Sind die beiden stark genug, um die Schatten ihrer Vergangenheit zu besiegen? (Quelle)

    Der Einstieg in das Buch fiel mir Dank des einfachen und flüssigen Schreibstils sehr leicht. Zunächst lernen wir die junge Nell kennen, die aus ihrer Vergangenheit nicht nur äußerliche Narben davongetragen hat, sondern auch innerliche. Als sie schließlich Sam begegnet, muss sich Nell mit ihren Ängsten und der schmerzhaften Vergangenheit erneut auseinandersetzen. Doch Sam spürt Nells Zurückhaltung und ihre Verzweiflung und ermöglicht es ihr, bei der Suche nach weiteren Briefen, sich zu öffnen. Doch wird Nell über ihren Schatten springen können?

    Die Charaktere sind authentisch und glaubwürdig gezeichnet. Besonders Nell ist mir mit ihrem Schicksal sehr ans Herz gewachsen. Sie ist ein zurückhaltender Mensch und versucht sich in der Masse unsichtbar zu machen, was größtenteils an ihren Narben im Gesicht liegt. Und genau hier liegt auch meine Kritik. Die Autorin hat Nell´s Charakter reell dargestellt, doch im Kontext zu ihrem Charakter arbeitet sie in einem angesehenen Friseurladen, wo sie täglich für „Schönheit“ verantwortlich ist und ihr Gesicht im Spiegel selbst nicht ertragen kann. Diese Aspekte passen meiner Meinung nach, nicht recht zusammen.

    Sam und seine Familie haben sich ebenfalls in mein Herz geschlichen. Anfangs konnte ich Sam schlecht einordnen. Mir war nicht sofort bewusst, ob er es ernst mit Nell meint oder ob er nur an den Briefen interessiert ist. Je weiter die Geschichte voranschreitet, desto klarer wird auch seine Gesinnung. Bei der Schnitzeljagd und den gelegten Spuren von „Bärchen“, lernen sie sich schließlich näher kennen und als Leser verspürt man regelrecht das knistern zwischen den beiden. Leider sind einige Wendungen und Ereignisse ziemlich vorhersehbar, wirken noch sehr konstruiert und schmälern dadurch in manchen Passagen den Lesegenuss.

    Die Autorin erzeugt nicht nur emotionale Momente, sondern greift eine wichtige Thematik in diesem Buch auf und vermittelt diese, verpackt in einer wundervollen Geschichte. Schönheit liegt im Auge des Betrachters, wird stets suggeriert, doch auch ich denke, dass „wahre“ Schönheit von innen kommt.

    Mit ihrem Roman “Der letzte Liebesbrief”, ist der Autorin J. Vellguth eine zauberhafte Geschichte gelungen, die mich aufgrund kleinerer Kritikpunkte nicht komplett überzeugen konnte. Jedoch konnten mich die authentisch gezeichnete Charaktere überzeugen. Mit diesem Buch hat die Autor ein lesenswertes und unterhaltsames Werk erschaffen, dass in Ansätzen unter die Haut geht und doch zum Nachdenken anregt.  


    Autor: J. Vellguth | Titel: Der letzte Liebesbrief | Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform | erschienen am: 26.06.2018 | Seiten: 428 | TB: 14,98€ | eBook: 4,99€ | ISBN:978-1720596370 | Werbung | Rezensionsexemplar*


    Ich danke der Autorin für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares, was meine Meinung jedoch keinster Weise beeinflusst!

    ©Foto: Nadine Lutter, Cover: J. Vellguth / Designer

    Loading Likes...
    Folgen:
    Nadine
    Nadine

    Mehr von mir: Web

    Teilen:

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

    Instagram