• Rezension: Der Gesang der Nachtigall von Lucy Strange

    „Der Gesang der Nachtigall“ von Lucy Strange ist einmal mehr, ein Buch des Königskinder Verlages, welches mich berührte und überzeugte.

    England 1919. Seitdem sie und ihre Familie nach Hope House gezogen sind, ist die zwölfjährige Henry ganz auf sich allein gestellt. Mama ist krank, Vater arbeitet außer Landes und Nanny Jane muss sich um Baby Piglet kümmern. Sich selbst und ihren Büchern überlassen, beginnt Henry, ihre neue Umgebung zu erkunden: das große Haus mit seinem vergessenen Dachboden, das geheimnisvolle Licht, das jenseits des Gartens durch die Bäume schimmert, und die geisterhaften Schatten, die niemand außer ihr zu sehen scheint. Und auch niemand außer ihr scheint zu merken, in welcher Gefahr ihre Familie schwebt …  (Quelle)

    Lucy Strange entführt uns mit dieser Geschichte nach England ins Jahr 1919. Hier erleben wir die 12 – jährige Henrietta. Nachdem eine verheerende Familientragödie, die einst glückliche Familie zerstört, zieht Henry mit ihren Eltern und ihrer kleinen Schwester Piglet, aufs Land und wagen dort einen Neubeginn. Gerade im Hope House eingezogen, muss Henrys Vater auch schon wieder auf Geschäftsreise ins Ausland. Von nun an ist das Mädchen auf sich allein gestellt, denn ihre Mutter zieht sich immer mehr zurück und die Nanny umsorgt die kleine Piglet. In ihrer Einsamkeit und Verzweiflung erkundet das Mädchen die nähere Umgebung und macht im Wald eine erstaunliche Entdeckung.
    Der Einstieg in das Buch ist mir Dank des flüssigen und angenehmen Schreibstils der Autorin, sehr gut gelungen. Von Anbeginn überschattet die Familie eine unheilvolle Atmosphäre, die sich zum Ende des Buches auch aufklärt. Ich fühlte mich sofort von der Geschichte gefesselt und konnte nicht aufhören zu lesen. Die melancholische Stimmung drückte mir zwar aufs Gemüt, aber dennoch ist sie so mitreißend, da man als Leser erfahren möchte, welche Tragödie die Familie ereilt.
    Das Buch wird aus der Perspektive von Henrietta geschildert. Sie ist für mich eine besondere Persönlichkeit, die mit ihren Gedanken und Gefühlen einen Einblick in ihre Welt gewährt. Sie liest gern, erforscht den Wald und entdeckt im Haus einen vergessenen Dachboden. Es bereitete mir große Freude, mit Hen die Welt zu erforschen, welche mir beinahe märchenhaft erschien. Ihre Ängste, die Verzweiflung in Bezug auf ihre Familie bedrückten mich ebenso, wie sie selbst. Und doch gelingt es Hen durch ihre Stärke sowie ihren Mut, positive Wendungen herbeizuführen, die ich nicht vermutet hätte. Das Mädchen hat für ihr Alter ein unglaublich feines Gespür, besonders was Menschen anbelangt.
    Dabei war auch mir Dr Hardy von Anbeginn ein Dorn im Auge. Er nimmt sich besonders wichtig und gestattet keinen Widerspruch. Als er und seine Frau, die kleine Piglet zu sich nehmen, hätte ich am liebsten laut geschrien. Wie bereits zu spüren ist, wird einem als Leser emotional so einiges abverlangt. “Der Gesang der Nachtigall” berührte mich zwar nicht so intensiv, wie manch anderes Buch aus dem Verlag, dennoch gefielen mir die authentisch gezeichneten Charaktere, die malerische Umgebung und die Atmosphäre, besonders gut.

    “Der Gesang der Nachtigall” von Lucy Strange, ist ein sehr gefühlvolles, berührendes Buch, mit einer besonderen Protagonistin. Themen wie Freundschaft, Liebe und Trauer spielen eine wesentliche Rolle und bieten einen besonderen Lesegenuss. 


    Lucy Strange | Der Gesang der Nachtigall| Königskinder Verlag | erschienen am: 29.09.2017 | 336 Seiten | Gebundene Ausgabe: 18,99€ | eBook: 12,99€ |


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    ©Foto: Nadine Lutter, Cover: Königskinder Verlag / Designer

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