• {Rezension} Bernsteintränen von Izabelle Jardin

    Die Neuauflage „Bernsteintränen“ mit seinem wunderschönen neuen Cover sprach mich optisch sofort an und ich wusste, diesen Roman muss ich unbedingt lesen. Die Autorin nahm mich mit auf eine Reise in längst vergangene Zeiten und löste ein Wechselbad der Gefühle in mir aus. Mit diesem Roman hat Izabelle Jardin definitiv einen Fan mehr für sich erobern können.

    Ein alter Gutshof und zwei junge Frauen, die ihr Glück in die eigenen Hände nehmen

    Ostpreußen, 1945: In den Wirren der letzten Kriegstage flieht die zwanzigjährige Elisabeth vom Gut ihrer Eltern. Ob sie ihre Familie je wiedersehen wird, weiß sie nicht. Auch ihre große Liebe muss sie zurücklassen.

    Berlin, 2005: Die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr hatte sich Nicola eigentlich anders vorgestellt. Gerade erst hat sie sich von ihrem Freund getrennt, da schickt sie ihr Chef auf Dienstreise nach Polen. Nach einer Autopanne nimmt sie der Landarzt Marcin bei sich auf, der ganz in der Nähe des alten Gutshofes wohnt,
    den Nicola für ihre Firma besichtigen soll. Marcin weckt in ihr völlig ungeahnte Gefühle, und auch das alte Haus lässt sie schon bald nicht mehr los. Sie taucht ein in die Geschichte seiner früheren Bewohner. (Quelle)

    Die junge und engagierte Justitiarin Nicola erhält zwischen Weihnachten und Neujahr einen wichtigen Auftrag von ihrem Chef. Sie soll in Polen ein Grundstück für die Firma kaufen und wird auf ihrer Reise mit der Vergangenheit konfrontiert. Doch kann Nicola ihrem Lebensmotto die Stirn bieten und ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen?

    Die Autorin entführt uns zunächst in die Gegenwart, wo wir der aufgeweckten Nicola begegnen. Sie hat sich bisher ihrer Karriere verschrieben, wobei ihr die wahre Liebe bislang nicht begegnet ist. Erst kürzlich trennte sie sich von ihrem Freund, da kommt der Auftrag von ihrem Chef gerade recht. Nicola soll in Polen ein Gutshaus sowie das anliegende Grundstück begutachten und den Kauf abwickeln. Trotz der willkommenen Abwechslung schreckt das Land Nicola aus unbegreiflichen Gründen ab. Dort angekommen wird sie herzlich aufgenommen und findet Briefe, die nicht für ihre Augen bestimmt sind und doch ihre ganze Zukunft verändern werden.

    Mit diesen Briefen gewährt uns die Autorin Izabelle Jardin tiefe Einblicke in längst vergangene Zeiten, in der E. ihrer Mutter im damaligen Krieg ein Lebenszeichen von sich hinterlässt. Izabelle Jardin ist hierbei hervorragend gelungen, die schweren und beängstigenden Zeiten in Worte zu fassen. Es entstand eine unglaubliche Atmosphäre im Buch, der ich mich kaum mehr entziehen konnte. Ich habe mit E. gelitten, geliebt und gelacht, aber auch ihre Ängste und Sorgen spüren können.

    Doch nicht nur den Wendungen und Ereignissen der Vergangenheit fieberte ich entgegen, nein auch der Gegenwart, in der Nicola immer weitere Geheimnisse zu enthüllen vermag.

    Nicola besitzt sehr imposante Charakterzüge, die es mir nicht immer leicht gemacht haben, sie zu mögen und doch ist es ihr gelungen, sich einen Platz in meinem Herzen zu sichern. Einerseits opfert sie sich auf, ist liebevoll und umsichtig. Anderseits agiert sie oftmals überzogen und schroff, wenn es um ihre Gefühle geht.

    Die Charaktere sind somit authentisch und glaubwürdig gezeichnet. So wie auch Nicola besitzt ein Jeder, seine Ecken und Kanten, was sie zu etwas ganz Besonderem werden lassen. Ich habe mich wunderbar in die jeweiligen Charaktere hineinversetzen und mit ihnen fühlen können. Vor allem die zahlreichen Ereignisse und Wendungen zum Ende hin, entlockten mir so manche Träne und bescherten mir ein wahres Wechselbad der Gefühle.

    Die Schauplätze sind sehr anschaulich und detailliert beschrieben, sodass ich alles bildlich vor Augen hatte. Vor allem die winterlichen Landschaften wirkten sehr verträumt und luden zum Verweilen ein.

    Es handelt sich um eine wundervolle und berührende Familiengeschichte, die mich immer mehr vereinnahmte. Besonders gut gefiel mir der Wechsel zwischen den beiden Zeitebenen, wobei ich den Ereignissen der Vergangenheit etwas mehr entgegenfieberte. Das Ende hingegen, wirkte meiner Meinung nach etwas überhastet und unglaubwürdig. Es wurden Ereignisse geschildert, die zwar das Herz berühren, jedoch im “normalen” Leben eher an ein Wunder erinnern.

    Mit dem Roman “Bernsteintränen”, hat die Autorin Izabelle Jardin eine historisch angehauchte Geschichte erschaffen, die mich trotz kleinerer Kritikpunkte überzeugen konnte. Der Autorin ist eine wundervolle vereinnahmende Atmosphäre gelungen, der ich mich kaum entziehen konnte. Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen geschildert, was mir besonders gut gefiel. Insgesamt wirkt alles sehr stimmig, doch das Ende erschien mir persönlich etwas zu überhastet. Dennoch ist es eine wundervolle Familiensaga, die es zu lesen lohnt. Vollste Leseempfehlung!


    Werbung | Isabelle Jardin | Bernsteintränen | Verlag: Ullstein Verlag | erschienen am: 25.10.2019 | Seiten: 416 | TB: 10€ | ISBN: 13 9783548060880 | Rezensionsexemplar*


    Ich danke dem Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares, was meine Meinung jedoch nicht beeinflusst!

    ©Foto: Nadine Lutter, Cover: Autorin / Designer / Ullstein Verlag

    Der Beitrag enthält Werbung durch Links, ohne Auftrag.

     

     

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